12. September 2018

Stopp - Hör auf dich zu vergleichen!


Jeder von uns kennt wohl das Gefühl, wenn man an einem Trick schon seit einer gefühlten Ewigkeit verzweifelt und ein anderer diesen dann beim ersten Versuch Trick schafft. Statt hierbegeistert Bewunderung zu äußern, ertappt man sich eher bei einem neidischen Blick. Unwillkürlich vergleicht man sich und schneidet dabei schlechter ab.
Gerade beim Pole Dance wird ständig verglichen.
Barbara kann schon einen Spagat. Warum kann ich bloß nicht so schön und elegant tanzen wie Elena? Ich beneide Anna ja so um ihre Kraft!

Aber warum tun wir uns das an?

Warum vergleichen wir uns ständig mit anderen?

  1. Wir vergleichen uns, um Informationen über uns zu bekommen und herauszufinden, wie unser derzeitiger Stand von Kenntnissen und Fähigkeiten ist.
  2. Wir vergleichen uns mit Menschen, die im jeweiligen Merkmal unterlegen sind wenn wir unser Selbstwertgefühl erhöhen wollen. (Abwärtsvergleich),
  3. Wir vergleichen uns mit Menschen, die im entsprechenden Merkmal überlegen sind, wenn wir uns verbessern möchten und nach einem Weg suchen, das zu erreichen. (Aufwärtsvergleich)
Mit Vergleichen wollen wir uns ein Bild von uns selbst und unseren Fähigkeiten machen. Da die meisten von uns sich unbedingt verbessern wollen, fällt der Vergleich oft auf eine Person, die stärker, flexibler, eleganter, kreativer, und so weiter ist. Dieser Aufwärtsvergleich mag bis zu einem bestimmten Punkt zwar motivieren, aber irgendwann frustriert er, weil man sich selbst neben all diesen unglaublichen Fähigkeiten, die uns täglich auf Instagram, Facebook etc. präsentiert werden, klein und unbedeutend fühlt.
Gerade hat man den ersten Basic Invert geschafft und schon sieht man ein Video von einem perfekten Shouldermount oder Handspring Deadlift. Bei einem solchen Vergleich ist der Unterschied einfach zu groß und die Fähigkeiten des anderen scheinen unerreichbar. Wer sich hier direkt vergleicht, kann nur verlieren und demotiviert sich damit selbst.
Bei manchen hat man den Eindruck, ihnen gelingt mühelos einfach alles. Aber woher kann ich wissen, wie viel Zeit und Mühe ein anderer in seine Fähigkeit gesteckt hat? Vielleicht dehnt die beneidete Person sich schon seit einem Jahr täglich, um endlich den Spagat zu erreichen. Alles was man selbst jedoch sieht ist der schnellere Fortschritt im Vergleich zu einem selbst. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, dann fehlt uns meist ein objektiver Maßstab, damit es auch ein fairer Vergleich wird. Objektiv vergleichbar sind unsere Fähigkeiten in den meisten Fällen nicht.

Wenn wir uns schon mit anderen vergleichen müssen, dann sollten wir auch für faire Bedingungen sorgen und alle Aspekte vergleichen. Ja, der andere macht schneller Fortschritte als man selbst, aber hat er vielleicht mehr Zeit für sein Training? Vielleicht hat derjenige vorher schon eine andere Sportart, wie Ballett oder Turnen, gemacht? Es gibt auch verschiedene Körpertypen, der eine baut nun einmal schneller Kraft auf als ein anderer.

Nichts ist besser oder schlechter, nur anders.

- Oliver Buss


Besser ist es jedoch, gleich ganz mit dem Vergleichen aufzuhören!

So kannst du aufhören, dich ständig zu vergleichen:



      1. Wir vergleichen uns oft mit anderen, ohne es zu bemerken. Achte darauf, wann du dich mit anderen vergleichst und frage dich warum. So rücken diese Vergleiche mehr in dein Bewusstsein und du kannst beim nächsten Vergleich dann ganz bewusst innehalten und dich stoppen.
      2. Freue dich für andere, auch wenn sie etwas erreichen, dass du (noch) nicht kannst. Neid erzeugt ein negatives Gefühl – für dich selbst und auch für andere. Wenn du anderen ein Kompliment machst und siehst, wie sie sich darüber freuen, gibt das auch dir ein positives Gefühl. Anderen etwas zu gönnen, was man selbst doch so gerne erreichen möchte ist nicht immer leicht. Aber wenn du dir seine Mühe und Arbeit bewusst machst und seine Leistung respektierst, dann fällt es dir auch viel leichter deinen Neid loszulassen.
      3. Konzentriere dich lieber auf deine Stärken als auf deine Schwächen. Vielleicht bist du nicht superstark, aber dafür sehr elegant in der Ausführung? Halte dir vor Augen, was du schon alles erreicht hast. Fotografiere deine „Pole Journey“ oder schreibe Tricks auf, die du gelernt hast und halte so deine stetigen Verbesserungen fest. Sei stolze auf dich und deine Entwicklung!
      4. Kenne deine Schwächen und akzeptiere sie. Das ist vielleicht am schwersten, aber niemand kann alles perfekt können. Das gilt für dich genauso wie für deine bewunderten / beneideten Pole Idole. Wenn beim nächsten Mal etwas nicht so klappt, wie du es dir wünschst, dann nimm es doch einfach mit Humor und lache über dich selbst. Mir hat es geholfen, nicht mehr alles so verbissen zu sehen und stattdessen einfach Freude am Training zu haben.

      
      Konzentriere dich lieber auf dich selbst als darauf, dich ständig zu vergleichen.

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